Journalistischer Schreibkurs

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js logoInterview mit einer Referendarin

„Noten geben macht keinen Spaß."

Das Theresien-Gymnasium ist Seminarschule. Für uns Schüler ist klar, was das bedeutet: Wir werden immer wieder von angehenden Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet, sind routiniertes Testpublikum bei Lehrproben und ansonsten recht geübt in der Beurteilung der Junglehrer, die doch stets bemüht sind, uns gut zu unterrichten. Doch was bedeutet das Referendariat eigentlich für Referendarinnen und Referendare? Der journalistische Schreibkurs hat bei Andrea Wackerbauer einmal nachgefragt, wie ihre Sicht auf uns Schüler und ihre Ausbildung ist.

Hallo, Frau Wackerbauer. Sie kommen aus München und haben in den letzten Monaten als Referendarin an unserer Schule Deutsch und Englisch unterrichtet. Wollten Sie eigentlich in München bleiben?

Ja, ich wollte hier in der Stadt bleiben.

Hätten Sie noch andere Städte interessiert?

Ich hatte noch Bamberg und Regensburg angegeben, aber ich hätte mich, wenn es eine andere Stadt geworden wäre, dann wahrscheinlich für den nächsten Termin (Anm. d. Red.: Das Referendariat startet halbjährlich.) angemeldet, weil ich mir nicht so sicher war mit dem Referendariat.

Woran lag das, dass Sie unsicher waren?

In erster Linie, weil die Jobaussichten zur Zeit relativ schlecht sind. Ich habe während meines Studiums als Werksstudentin schon andere Berufe ausgeübt und ich dachte, nach so langer Zeit im Studium dann noch zwei Jahre Ausbildung dranzuhängen, um danach keine Arbeit zu finden, wäre sehr schade.

Und Sie haben trotzdem in der Schule angefangen.

Als der Brief dann da war, habe ich gemerkt, wie neugierig ich doch darauf bin, das erst einmal sehen zu wollen: Ist das überhaupt etwas für mich? Denn das Studium ist ja ziemlich theoretisch. - Und ich hab es auch noch keinen Tag bereut. (lacht)

Mich würde interessieren, wie man überhaupt auf die Idee kommt, Lehrer zu werden, nachdem man eigentlich zwölf oder dreizehn Jahre an der Schule war und das hinter sich hat. Wie kommt man bloß auf die Idee, dass man dahin zurück will?

Also ich hab mich in der Schule immer wohl gefühlt. Deutsch und Englisch waren auch schon immer meine Lieblingsfächer. Und ich habe auch schon immer mit Kindern und Jugendlichen zusammengearbeitet.

Und das war´s?

Vielleicht war es auch so ein bisschen ein Mangel an Alternativen: Ich bin wie die meisten anderen aus dem Abi herausgegangen, ohne jetzt wirklich zu wissen: Was kann man manchen, was will man machen.

Und da dachten Sie, mit einem Lehramtsstudium kann man nicht viel falsch machen?

Ich habe während des Studiums immer versucht, auch andere Dinge auszuprobieren, deswegen meine Jobs als Werkstudentin. Außerdem war ich zweimal im Ausland und habe Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Die Erwachsenenbildung fand ich auch sehr spannend. Ich habe also viel in andere Bereiche hinein geschnuppert, war mir aber nie so ganz sicher. Jetzt weiß ich: Lehramt passt. Und wenn es nach dem Referendariat nicht mit der Stelle klappt, mache ich was anderes und freue mich, dass ich immerhin zwei Jahre Lehrerin war. Ich will da offen bleiben.

Sie waren in der Schule bestimmt eine strebsame Schülerin.

Erst zum Abi hin, davor war ich eher eine, die schnell noch in der Pause gelernt hat (lacht). Ich war nie sehr faul, aber ich habe zu Hause nie viel gepaukt.

Verstehen Sie das also, wenn wir als Schüler die Hausaufgaben abschreiben oder Sie uns beim Spicken erwischen?

Die Perspektive ändert sich schon sehr im Referendariat. Ich verstehe auch erst jetzt, wie sich meine Lehrer damals wohl so gefühlt haben. Es ärgert mich beispielsweise oft, wenn ich mir denke: Eigentlich könnte euer Schülerleben so einfach sein, wenn ihr im Unterricht dabei wäret, aber natürlich habe ich auch Verständnis. Ich weiß ja auch: Nicht jeder mag Deutsch, nicht jeder mag Englisch. Klar, ich kann nicht erwarten, dass alle aus dem Q11-Kurs scharf auf den Faust sind.

Ich denke, viele Schüler sind Referendaren gegenüber so eingestellt, dass sie meinen, man kann sich da alles leisten. Nerven wir Schüler Sie eigentlich?

Ich glaube, dass meine Schüler das nicht denken, aber ich merke manchmal, dass der geringe Altersunterschied ein Problem ist. Ich habe ein paar Schüler in meinem Kurs, denen ist manchmal nicht so ganz klar, dass ich der Lehrer bin, die vergreifen sich manchmal im Ton - obwohl ich schon streng bin und auch klar sage, das passt und das nicht. Naja, aber solange letzten Endes klar ist, wer den Ton angibt, ist das, denke ich, in Ordnung.

Wie würden Sie denn das Verhältnis zwischen den Referendaren und den Stammlehrern beschreiben?

Tatsächlich kommt man gar nicht so viel miteinander in Berührung, weil wir ja unser eigenes Zimmer haben, das heißt, wir sind nicht so wahnsinnig oft im Lehrerzimmer, aber wenn, werden wir freundlich begrüßt. Wir wurden hier sehr wohlwollend aufgenommen, aber man lernt sich halt nicht so gut kennen.

Konkurrieren die Referendare untereinander? Gerade in einer Zeit, in der die Stellen rar sind?

Da habe ich vorher immer schlimme Dinge gehört, dass sich die Referendare gegenseitig versuchen, ein Bein zu stellen, aber bei uns ist das gar nicht so. Wir sind sehr kollegial und helfen uns sehr viel. Vielleicht denkt man sich manchmal, mmh, bei dem läuft´s viel besser als bei mir, aber das bezieht man eher auf sich: Vielleicht sollte ich das besser so machen...Aber wir gönnen uns da alles. Wir proben auch zusammen unsere Lehrproben und geben uns Tipps. Unser Verhältnis ist also sehr, sehr gut.

Was ist das für ein Gefühl vor der Lehrprobe?

Ich bin vor einer Lehrprobe natürlich nervös, weil da wahnsinnig viel Arbeit drinsteckt und es dann schade ist, wenn es nicht so gut läuft. Die sehr guten Noten werden außerdem nicht allzu häufig vergeben. Man kriegt den Termin drei Wochen vorher, und das sind dann Tage, an denen man sehr angespannt ist.

Da wünschen wir Ihnen für die nächste viel Glück!

Dankeschön.

Sie werden ja die ganze Zeit beurteilt, haben Sie eigentlich Mitleid mit den Schülern, wenn Sie diese schlecht beurteilen müssen?

Noten geben macht keinen Spaß. Das ist nicht schön, das muss ich ganz ehrlich sagen. Man gibt niemandem gerne etwas Schlechteres als eine 3. Eigentlich wird es ab den Vieren schon unangenehm, von Fünfen und Sechsen ganz zu schweigen. Das ist unangenehm, vor allem weil die meisten sich doch spätestens in der Prüfungssituation Mühe geben. Aber das gehört dazu und das muss man dann als Lehrer auch machen.

Danke für das Gespräch.

Das Gespräch führten Stella Heutling und Amelie Loder
aus dem journalistischen Schreibkurs.


  

 

 

 

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